Das Geschäftskonzept des großen Möbelschweden Ingvar Kamprad (von Elmtaryd bei Agunnaryd) – IKEA - ist es ja Möbel durch “Verbraucher-Endmontage” günstig abgeben zu können. Zum einen reduziert das natürlich für IKEA die Personalkosten (für jedes Unternehmen ein sehr relevanter Kostenfaktor!), da kein eigenes Personal damit beschäftigt ist, die Möbel zu montieren. Zum anderen kann IKEA logistisch günstig bleiben, da die Möbel platzsparend verpackt und transportiert werden können – es steht sogar teilweise das Design unter der Funktionalität, bzw. der logistischen Möglichkeiten, an anderer Stelle ist dafür dann wieder das Design unübertroffen!
Ich habe in der Fundgrube des IKEA-Einrichtungshauses meines Vertrauens einen günstigen Fang gemacht: Einen IKEA-Eckschreibtisch der Serie GALANT (NP für 269 EUR) für deutlich weniger !!!
Das ist die Weiterentwicklung des ursprünglichen Konzepts: Wenn man nun ein Möbelstück kauft, das man nicht nur selbst zusammen bauen, sondern auch ersteinmal selbst auseinander schrauben muss – kann man noch mehr sparen!!!
Allerdings ist es gar nicht so einfach, dieses Produkt trotzdem noch zu transportieren. Nach etwa 45 Minuten, die es gedauert hat, den Tisch vor den Eingangtüren von IKEA ersteinmal auseinander zu bauen (man wird dabei schon ziemlich dumm angeschaut von den anderen IKEA-Kunden…), hat es auch nur ganz knapp überhaupt geklappt, das neue Schmuckstück im japanischen Kleinwagen meiner Schwester zu transportieren.
Zuerst mein Kampf mit dem schwedischen Schreibtischboliden und danach mit dem kleinen roten japanischen “Fast”-Platzwunder.
An dieser Stelle möchte ich noch ein paar kleine Schnappschüsse zeigen, die meinen Kampf dokumentieren.
Eigentlich mag ich ja keine YouTUBE-Videos hier verlinken. Wenn ich damit mal anfange, dann kann ich ja nie wieder aufhören….. !!!! Dieses hier musste ich allerdings zeigen!
Wie schön zu sehen, dass nicht nur Gedanken in einen Dialog treten können, sondern auch Musikinstrumente – das weiß jeder Musikliebhaber wohl schon lange! Aber den vielen vielen Musikbegeisterten auf der ganzen Erde möchte ich eine lustige Visualisierung dieses Faktums nicht vorenthalten!
Einfach cool, wie dieser Typ da den Disput der Instrumente darstellt! Daher auch der Name “Jazz Dispute”.
Ich will mich jetzt nicht an den Artikel aus dem SPIEGEL von gestern anhängen. Habe nur zufällig gerade den Roman zu Ende gelesen und wollte hier meine Gedanken zu “Nicht mein Tag” von Ralf Husmann niederschreiben.
Ein ganz nettes Buch im Stil der “neuen deutschen Comedy” – Gagschreiber der einschlägigen Sendeformate schreiben ihre Gags in einem Roman nieder…. ein schöner Trend für all diejenigen, die wie ich gerne sehr lustig-unterhaltsame Literatur lesen und es mögen, beim Lesen zu lachen, oder zumindest zu schmunzeln!
Leider kommt Ralf Husmann nicht an seinen “Vorgänger” Tommy Jaud heran, dessen Bücher (mittlerweile sind es drei!) ich auch in einem viel schnelleren Tempo durchgelesen habe, da ich diese einfach noch weniger zur Seite legen konnte.
“Nicht mein Tag” handelt von dem Bankangestellten Till Reiners, gefangen in der (klein-)bürgerlichen Tristesse seines Jobs in der Osthofener Filiale einer großen deutschen Bank und seiner Kleinfamilie (Frau Miriam und Sohn Nico). Die einzige “Rebellion”, die er sich in sein bürgerliches Leben gerettet hat, ist die Erinnerung an seine Band “Copyright” (er war/ist Gitarrist) und die gelegentlichen Auftritte als Unterhalter mit Gitarre, z.B. auf der Geburtstagsfeier des Filialleiters. Till träumt von einem Leben, das anders ist – nur wie, das weiß er nicht. Er träumt von einer anderen Frau, der jüngeren, kecken Kolleegin Jessica und davon, einfach erstmal mit ihr durchzubrennen. Der Rest würde sich schon ergeben.
Der Rest ergibt sich auch eines Tages als sich das Leben von Till mit einem Schlag ändert und er ein wenig wie der Revoluzzer wird, der er gerne gewesen wäre. Ein Bankräuber nimmt ihn als “Geisel” mit auf eine Odyssee, die sie beide durch die westdeutsche Provinz um Osthofen, Holland und schließlich Frankreich führt. Auf diesem Wege entwickelt sich Till immer weiter weg von seinem Spießertum, so dass sogar eine junge Frau an ihm Gefallen findet und sich in seine Arme wirft – letztenendes aber doch wieder nicht “ganz”…..
Dieses “letztenendes-doch-nicht-ganz”-sein ist so ein wenig das Leitmotiv in diesem Werk, das sich von der ersten bis zur letzten Seite verfolgen lässt. Ein wenig wehmütig schleppt sich Till Reiners durch sein tristes Leben, ein Ying ohne Yang. Ein wenig wie ein Zwilling, dem seine Eltern nicht gesagt haben, dass er einen Zwillingsbruder hat, der allerdings bei der Geburt verstorben ist… Er hat eine Idee davon, dass etwas fehlt, kann jedoch nicht beschreiben, was das sein könnte.
Alles in allem ist der Roman “Nicht mein Tag” von Ralf Husmann unterhaltsam geschrieben, wenn auch an manchen Stellen vielleicht etwas zu vorhersehbar und an anderen dafür etwas zu weit hergeholt und ausschweifend. Meines Erachtens reicht er aber nicht an die Klasse eines Tommy Jaud heran, der mir etwas handwerklich solider erscheint. Jedenfalls wenn man die Stoffe liest, bei einer (möglichen!) Verfilmung (und ich denke, die wird kommen!) könnte sich dieser literarische Nachteil allerdings ausmerzen lassen, da das Grundsujet des Romans (ein Ausbrechen aus dem Jetzt ohne die Idee des Wohin!) topaktuell in unsere heutigen Zeit zu sein scheint und ja auch in mir eine Resonanz gefunden hat.
Drei dieser tief-nachdenklichen Teststellen ohne jedes Pathos und von tiefreichender Einsicht möchte ich hier gerne zitieren (wobei sich an der ersten zumindest in meiner Ausgabe ein kleiner Druckfehler eingeschlichen zu haben scheint, deshalb hab ich den fehlenden Artikel mal ergänzt!):
Fast nie hat der Alltag den richtigen Soundtrack. Das Leben sollte mehr so sein wie [ein] Gary Rafferty Song, ist aber bestenfalls Peter Maffay.
Diese Textstelle zeugt auch von der Wichtigkeit, die Till Reiners der Musik beimisst, die er so vermisst und der er so wehmütig nachweint seit sein als Teenie selbst-komponiertes und professionell produziertes “Renate, ich warte!” nicht den gewünschten Erfolg zeigte und sich Renate schlichtweg unbeeindruckt zeigte!
Es gibt kein Glückskonto, auf das man gute Momente einzahlt, und vom dem man im Bedarfsfall wieder was abheben kann.
Vielleicht eine Einsicht, die Till Reiners als Bankangestellter hatte, dem die Symbolsprache mit “Konto”, “einzahlen” und “abheben” ja vielleicht vertrauter ist als uns…
Tagsüber zufrieden zu sein ist einfach. Nachts, wenn man wehrlos im Bett liegt, rückt einem die Wahrheit auf den Pelz.
Ein Satz, den wahrscheinlich viele Menschen so unterschreiben würden.
Einen deutlichen Vorteil des Buches, den man sonst so nicht erkennen kann, wenn man z.B. online (auch bei mir über AMAZON möglich) einkauft, will ich nicht verschweigen: Das Buch ist vom Textfluss in (zum überwiegenden Teil) überschaubare “appetitlich” kurze Kapitel gegliedert, die einen unterhaltsamen Lesespaß auch im Bett vor dem Schlafen nach einem anstrengenden Tag (z.B. als Bankangestellter irgendwo in Deutschland) möglich machen. So bleibt ein weites Zurückblättern am nächsten Tag – um den Anschluss nicht zu verlieren – erspart, wenn einen beim Lesen dann doch der Schlaf übermannt hat. Was aber, das will ich ausdrücklich noch einmal betonen, nicht am Autor liegen kann, dazu ist das Buch dann doch zu temporeich….
Ja, ich gebe es ja zu: hin und wieder ist natürlich schon “ego-googlen” angesagt. Schließlich muss man ja von Zeit zu Zeit eine mediale Standortbestimmung durchführen und einschlägige Suchergebnisse recherchieren.
Bei der letzten derartigen Session habe ich eine interessante Entdeckung gemacht. Eine “Webperle” sozusagen. Dabei handelt es sich um ein Gedicht von Wolfgang Scholmanns mit den wunderschönen Titel “Gedankendialog” – das ich gerne (mit Genehmigung des Autors hier veröffentlichen möchte:
Gedankendialog
Ich habe dir
die Sonne gezeigt
sagte der Himmel.
Ja aber die
Sonne zeigte mir
ihr Schattenland
in dem
die Einsamkeit
Trauertränen
schwitzt.
(c) Wolfgang Scholmanns
An dieser Stelle verzichte ich auf die obligatorische Frage, was uns der Autor damit sagen wollte oder auf eine ausschweifende Gedichtinterpretation à la gymnasiale Oberstufe – zu lang ist’s her. Aber das Kernmotiv der Einsamkeit möchte ich an dieser Stelle aufgreifen und sagen, gedankendialog.de begreift sich als eine Plattform zum gegenseitigen Austausch – sowohl meiner Gedanken miteinander (darum der Name) als auch von meiner Seite mit meinen Leserinnen und Lesern…
Das sollte helfen, die Einsamkeit ein Stückchen weiter von der Welt zu verdrängen und sie für uns alle sonniger zu machen, dass wir alle aus dem “Schattenland” heraus finden!!!
Nein, ich will nicht sagen, das malaysische Federschwanz-Spitzhörnchen (Ptilocercus lowii) [engl. pen-tailed tree shrew] ist der Trunksucht anheim gefallen – das wäre viel zu sehr in menschlichen Kategorien gedacht. Aber es lässt sich festhalten, dass das nachtaktive Tier jede Nacht auf Trunktour geht und dabei keinen Schaden zu nehmen scheint.
Der Lieblingsgetränk des putzigen Nagers ist der fermentierte (und damit alkoholhaltige) Nektar aus einem Palmengewächs (Bertam-Palme; botanischer Name: Eugeissona tristis) im Urwald von Südthailand und Malaysien, wo auch das Spitzhörnchen lebt. Dieser Nektar weist einen Alkoholgehalt von etwa 3,8 % auf, ist also mit einem handelsüblichen Bier oder einer leichten Weinschorle vergleichbar.
Bild: Frank Wiens
Das alles hat kürzlich eine Forschergruppe der Universität Bayreuth heraus gefunden, die das Nahrungsverhalten dieses – evolutionär alten – aber im Lichte der (wissenschaftlichen) Öffentlichkeit recht neuen Säugetiers untersuchen wollte. Quasi als Nebenprodukt dieser Untersuchung kam heraus, dass die Federschwanz-Spitzhörnchen über eine effiziente biochemische Maschinerie zum Abbau von Alkohol verfügen müssen, da sie immer wieder beim Trinken des “Palmbieres” beobachtet wurden. Wie der Alkohol genau metabolisiert wird, ist hierbei noch unklar – jedoch interessant, da vermutet wird, dass das Federschwanz-Spitzhörnchen als Modellorganismus für die ersten auf der Erde lebenden Primaten dienen könnte. Damit wären wir Menschen auch in einem relevanten Maße mit diesem kleinen Trinker des Tierreichs verwandt und man kann nun vermuten, dass wir die Fähigkeit im Alkohol umzugehen evolutionär gesehen “nur verlernt” bzw. verloren haben.
Alkohol scheint auf der Erde damit viel älter zu sein als bisher vermutet – galt doch bis heute das Paradigma, die Kunst des Bierbrauens habe diesen erst in großem Maße hervor gebracht, kann man nun getrost von dieser Annahme Abstand nehmen. Die lange Koexistenz der Spitzhörnchens und der Bertam-Palme beweist die Evolution war auch dort schneller als wir…
Die Frage welchen Vorteil diese Tierchen – die übrigens nicht die einzigen sind, die von dem Palmbier trinken – nun davon haben, dass sie ohne sichtlich berauscht zu sein, “Bier” konsumieren bleibt für die Zukunft zu klären.
Vielleicht eröffnet die zukünftige Forschung auch für den Menschen relevante Ergebnisse, die helfen der großen Gruppe alkohlkranker Menschen in Deutschland und auf der ganzen Welt ein Stück Gesundheit zurück zu geben.
Zwei interessante Veröffentlichungen aus der letzten Zeit dürften Wasser auf die Mühlen von eher technikfeindlichen Pädagogen sein:
- Psychologen haben die mathematischen Fähigkeiten von Kindergartenkindern (63-75 Monate alt; Median: 67-68 Montate) untersucht in China und den USA untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass die eher “Low-Tech” gewohnten Kinder aus China durchschnittlich besser abschnitten in beiden durchgeführten Test, als Kinder aus den USA, die wohl schon von frühester Kindheit an “High-Tech” gewohnt sind und mit/an Computern spielen. Die beiden durchgeführten Tests beinhalteten die Addition einstelliger Zahlen und das Ordnen von Zahlen aus einer Zahlenreihe (zufällig ausgewählte Items) in deren korrekte arithmetische Reihenfolge.
Hierbei zeigte sich, dass chinesische Kindergartenkinder höchst signifikant (p<0,01) weniger Fehler machen als ihre “Kollegen” in den Staaten. Zu den Details kann man (noch) einen Blick in die Veröffentlichung werfen – das mag nach der Veröffentlichung auch nicht mehr funktionieren.
Bereits zuvor ist vom gleichen Wissenschaftler eine ähnliche Untersuchung veröffentlicht worden, die sich mit den mathematischen Fähigkeiten von amerikanischen Vorschulkindern (medianes Alter: 5,4 Jahre) beschäftigt. Hierbei wurden explizit Kinder untersucht, die einen niedrigen sozioökonomischen Status haben und es wurde “analoges” Spielzeug (ein mathematisches Zahlen-Brettspiel) verwendet, das in dieser Testreihe über 9 Wochen für eine Zeit von 1 Stunde täglich gespielt wurde. Die “Placebo-Gruppe” aus Klassenkameraden spielten ein identisches Spiel, das allerdings auf Farb- statt auf Zahlenbasis aufgebaut ist und zeigte nach der Testphase keine Verbesserung ihrer mathematischen Fähigkeiten.
Interessant sind diese Ergebnisse auf jeden Fall auch für uns Deutsche bzw. Europäer, die wir uns wenn auch stets mit einer gewissen Zeitverzögerung, an unseren “Nachbarn” aus den USA orientieren – sowohl im Guten, wie leider auch im Schlechten. Was die Beschäftigung mit unserem Nachwuchs angeht sollten wir uns stattdessen vielleicht etwas mehr an den Chinesen orientieren, bei denen es wohl eher gang und gäbe ist, mit seinem Kindern auch einfache arithmethische Rätsel zu lösen oder einfach nur das Zählen (eigentlich ja auch nur eine “einfache Additionsreihe”) zu üben.
Darüberhinaus scheint eine allgemeine “Technologisierung der Kindheit” sich nicht günstig auf die frühe Entwicklung auszuwirken – hierbei möchte ich jedoch mal explizit sog. “Lernprogramme” ausnehmen, die (auch wenn nicht alle gut sind!) im Großen und Ganzen eher als positiv zu bewerten sind, jedoch nicht für Kinder mit einem niedrigen sozioökonomischen Status in Frage kommen, da die dazugehören Devices stets auch eben wieder Geld kosten. Was jedoch kein Geld kostet ist die Beschäftigung mit seinem Kind und das eben auch im Üben mathematischer Grundlagen, die das spätere Leben des Nachwuchses erheblich verbessern können – von der intelltuellen Leistungsfähigkeit ganz zu schweigen. Ein hohes intellektuelles Leistungsniveau ist in unseren Landen (noch) positiv korreliert mit dem sozioökonomischen Status. So lange das so ist und vielleicht bleibt, ist jede Beschäftigung mit Ihrem Kind eine Investition in die Zukunft!
Wenn Sie sich jetzt fragen, wo ist die Relevanz der mathematischen Fähigkeiten für die Lebensfähigkeit des einzelnen Individuums, dann frage ich zurück: Wann haben Sie sich das letzte Mal in der Bäckerei darüber geärgert, dass die Bäckereifachverkäuferin schneller im Kopf addierte als Sie das mit Ihrem wahlweise Palm/PDA/Mobiltelefon konnten?
Also lieber Abakus statt Nintendo WII / Playstation 2, 3 / Xbox 360 ?
Mir persönlich missfällt ein früher Einsatz des Computers in allen seinen Erscheinungsformen – ob als Handy, Spielekonsole, DVD-Player oder eben Heim-PC – nicht unbedingt, wenn er denn nur spielerisch genug ist. Nicht zuletzt sind ja in anderen Untersuchungen auch positive Einflüsse der modernen Medien und Informationstechnologien auf die individuelle und auch die kulturelle Entwicklung berichtet worden, denen man sich nicht verschließen sollte.
Hierzu möchte ich an dieser Stelle auch gerne einen Buchtipp los werden: